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Demografie

Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut


Arbeit und Wirtschaft, Bildung

Fachkräfte und die Entwicklung des Erwerbspersonenpotentials

Qualifizierte Fachkräfte sind entscheidend für den Wettbewerb
Qualifizierte Fachkräfte sind entscheidend für den Wettbewerb

Ein ausreichendes, qualifiziertes Fachkräfteangebot zu sichern, ist zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen geworden. Das gilt besonders im demografischen Wandel, wenn die erwerbsfähige Bevölkerung sinkt und immer älter wird. Mit dem "Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern" stellt sich Mecklenburg-Vorpommern diesen Herausforderungen.

Der Wettbewerb um kluge Köpfe verschärft sich: Weniger junge Menschen treten in Mecklenburg-Vorpommern in das Berufsleben ein, mehr Menschen scheiden aus dem Berufsleben aus. Nach dem IAB-Betriebspanel 2013 (einer repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) war die Nachfrage nach Fachkräften in Ostdeutschland so hoch wie noch nie. In Mecklenburg-Vorpommern haben noch nie so viele Betriebe Fachkräfte zum nächstmöglichen Einstellungstermin gesucht wie Mitte 2012. Gleichzeitig gibt es mehr Probleme, freie Fachkräftestellen zu besetzen. Besonders für Betriebe mit älterer Belegschaft stellt sich die Frage nach der Sicherung des altersbedingten Einsatzbedarfs an qualifizierten Arbeitskräften, der in Mecklenburg-Vorpommern wie in Ostdeutschland insgesamt höher als in Westdeutschland ist und weiterhin sein wird. Die große Mehrheit der Betriebe mit Fachkräftebedarf befürchtet Probleme, die Stellen adäquat besetzen zu können. 

Aufgrund des demografischen Wandels geht die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zurück. Die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung wird sich von rund 1.093.000 Ende 2010 auf rund 835.000 Ende 2030 reduzieren, mithin um rund 258.000 und damit stärker als bei der Bevölkerungszahl insgesamt (-166.000). Ursächlich hierfür ist, dass sich in diesem Zeitraum neben dem Bevölkerungsrückgang zusätzlich der Anteil der Erwerbsfähigen (15- bis unter 65-Jährige) an der Bevölkerung von 66,5 Prozent auf 56,6 Prozent reduzieren wird.

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die Zahl der in das Berufsleben eintretenden und der aus dem Berufsleben ausscheidenden Arbeitnehmer bis zum Jahr 2030.

Zahl der in das Berufsleben eintretenden Personen (15- bis unter 20-Jährige)

Jahr Männer Frauen Zusammen
2006 (Ist) 57.286 53.255 110.541
2010 (Ist) 27.538 25.737 53.275
2015 (Prognose) 30.317 28.673 58.990
2020 (Prognose) 31.936 30.419 62.355
2025 (Prognose) 33.401 31.907 65.308
2030 (Prognose) 35.283 33.216 68.499

Zahl der aus dem Berufsleben ausscheidenden Personen (60- bis unter 65-Jährigen)

Jahr Männer Frauen Zusammen
2006 (Ist) 40.393 42.784 83.177
2010 (Ist) 45.645 46.054 91.699
2015 (Prognose) 66.198 67.416 133.614
2020 (Prognose) 69.461 70.568 140.029
2025 (Prognose) 71.756 72.822 144.578
2030 (Prognose) 55.874 56.950 112.824

Stellt man diese Tabellen gegenüber, ergibt sich ein negativer Saldo; das heißt, die Zahl der im Erwerbsalter stehenden 20- bis unter 65-Jährigen sinkt. Die rein rechnerische (quantitative) Lücke ist in nachfolgender Tabelle dargestellt.

Umfang der rückläufigen Zahl der im Berufsleben stehenden Personen

Jahr Männer Frauen Zusammen in Prozent aller Erwerbsfähigen
2006 (Ist) +16.893 +10.471 +27.364 (+) 2,6
2010 (Ist) -18.107 -20.317 -38.424 (-) 3,7
2015 (Prognose) -35.881 -38.743 -74.624 (-) 7,7
2020 (Prognose) -37.525 -40.149 -77.674 (-) 8,6
2025 (Prognose) -38.355 -40.915 -79.270 (-) 9,5
2030 (Prognose) -20.591 -23.734 -44.325 (-) 5,8

Hinzuweisen wäre auch auf eine qualitative Lücke, die sich darin zeigt, dass bei den "Jüngeren" zunächst ein Aus- und Fortbildungsbedarf vorherrscht, während bei den "Älteren" mit deren Ausscheiden ein Verlust an Erfahrungen verbunden ist.

Erwerbsfähige Bevölkerung sinkt und wird älter

Gleichzeitig wird sich die Altersstruktur der im erwerbsfähigen Alter verändern. Bis 2025 verdoppelt sich der Anteil der älteren erwerbsfähigen Personen über 60 Jahre von 8 Prozent (2010) auf 16 Prozent; bis 2030 geht deren Anteil auf etwa 13.5 Prozent zurück. Gegenläufig ist die Entwicklung in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren, deren Anteil von rund 36 Prozent auf knapp 20 Prozent sinkt. Der Anteil der Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren geht von 51 auf 46 Prozent zurück, während der Anteil der jüngeren Erwerbsfähigen zwischen 15 und 20 Jahren bis 2030 kontinuierlich von knapp 5 Prozent auf gut 8 Prozent zunimmt.

Insgesamt sinkt der Anteil der 20- bis unter 65-Jährigen von fast 63 Prozent auf 52 Prozent im Jahr 2030.

Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern

Jahr jünger als 20 Jahre 20 bis unter 65 Jahre 65 Jahre und älter
2012 14,9 % 62,9 % 22,2 %
2030 16,3 % 51,9 % 31,7 %

Die Graphik zeigt noch einmal die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis zum Jahr 2060.

Quelle: Oberste Landesplanungsbehörde, Schwerin 2012. Die Prognosedaten von 2030 bis 2060 sind der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes entnommen, Variante 1-W2, Wiesbaden 2009.
Quelle: Oberste Landesplanungsbehörde, Schwerin 2012. Die Prognosedaten von 2030 bis 2060 sind der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes entnommen, Variante 1-W2, Wiesbaden 2009.

Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Januar 2011 das "Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern" unterzeichnet. Ziel ist es, ein ausreichendes und gut qualifiziertes Fachkräfteangebot zu identifizieren, zu erschließen und zu sichern. Unterzeichner sind neben der Landesregierung die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V., der DGB Bezirk Nord, die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommern und die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Breiter Ansatz mit über 100 Maßnahmen

Das Fachkräftebündnis verfolgt einen breiten Ansatz von 29 Zielen und 107 Maßnahmen, um einem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Diese reichen von der Stärkung der frühkindlichen Bildung über die schulische und berufliche Ausbildung bis zur Weiterbildung und Gesundheitsvorsorge für ältere Beschäftigte.

Die Umsetzung des Fachkräftebündnisses wurde im Juni 2012 zum ersten Mal bewertet. Ein aktueller Umsetzungsstand wurde im Mai 2014 der Hauptrunde des Bündnisses für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt. Den gesamten Bericht der Bündnispartner zum Umsetzungsstand in den fünf Handlungsfeldern finden Sie im Regierungsportal.

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